Akademie,  Allgemein

200 Meter um meine Wohnung

Zwischen Ekstase und Ernüchterung

Ich wollte Euch ja an den Aufgaben teilzuhaben lassen die uns die Fotoakademie Köln stellt.
In diesem Artikel habt ihr schon den ersten kleinen Reportageauftrag gesehen.
Hier geht es nun um den allerersten Auftrag- die Aufgabe war simpel:
Eine Fotoserie innerhalb eines 200-Meter-Radius um meine Wohnung zu erstellen. Ohne Einschränkungen.

Ich entschied mich, meine Serie auf einem Supermarktparkplatz und einem Spielplatz umzusetzen – Orte, die im Kontrast zu meiner gewählten Bildsprache stehen.

Mein visuelles Konzept dreht sich um das Hochgefühl, das man nach einer durchfeierten Nacht empfindet – ein euphorischer Zustand zwischen Rausch und Realität. Eine Frau, nur mit Stiefeln und einer Lederjacke bekleidet, fährt mit einem Einkaufswagen herum, schaukelt auf einem Spielplatz, stürzt schließlich und geht enttäuscht nach Hause. Die Bilder erzählen von der Vergänglichkeit des Rausches: Dem Höhenflug folgt der unausweichliche Absturz.

Nach der ersten Besprechung mit meinem Dozenten erhielt ich eine klare Rückmeldung: Die Bilder waren zu scharf, zu aufgeräumt – zu kontrolliert für eine Darstellung von Drogen- und Alkoholeinfluss. Das zwang mich, meinen Ansatz zu überdenken. In der finalen Version arbeitete ich verstärkt mit Langzeitbelichtungen, engen Zuschnitten und ungewöhnlichen Kamerastandpunkten. So entstand eine visuelle Unruhe, die das Gefühl des Taumelns, der Orientierungslosigkeit und des Eskapismus einfängt.

Habe ich die Aufgabe erfüllt? Vermitteln die Bilder das beabsichtigte Gefühl von Exzess und Ernüchterung? Ich lade euch ein, mir eure Gedanken mitzuteilen – schreibt mir oder hinterlasst einen Kommentar. Ich bin gespannt auf eure Perspektiven!

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